Klettern in Seltmans
Der Chef-Schrauber Eugen Huber hat in zahllosen Arbeitsstunden einen Klettergarten im Allgäu geschaffen, der mittlerweile über 50 Sportklettertouren beinhaltet. Ein langgezogener Felsriegel bei Seltmans bietet nun schöne Loch- und Knubbel-Kletterei im Konglomerat-Fels mit Anfängerrouten vom 2. bis zu überhängenden Boulderproblemen im 10. Schwierigkeitsgrad. Der Schwerpunkt liegt in den mittleren Graden mit steiler Wandkletterei. Der untere Wandbereich wurde vorbildlich mit Routennamen, Bänken und Treppen ausgestattet.
Der große Vorteil liegt an der geringen Zustiegszeit von ca. 2 Minuten. Somit lohnt sich das Klettern auch bei einem kleinen Zeitfenster oder unsicherem Wetter. In den überhängenden Sektoren kann auch bei leichtem Regen geklettert werden. Aufgrund der ostseitigen Lage und den vorgelagerten Laubbäumen ist der Klettergarten auch an heißen Sommertagen ein lohnendes Ziel.
Eugen ist auch Mitbegründer der ersten Kletterhalle im Allgäu, die sich im alten Fabrikgelände in der Nähe des Klettergartens befindet. Hier ist Kult und Old School angesagt, da wurden noch Griffe und Tritte mit Zement-Kleber modelliert, die an reale Felsstrukturen erinnern. Um immer mehr an Kletterhöhe zu gewinnen, erfolgte ein Deckendurchbruch nach dem anderen und die Anzahl der Routen ist (für mich) mittlerweile nicht mehr nachzuvollziehen. Dazu gibt es Boulderräume, Slack-Lines und Campus-Boards samt Cafeteria. Eine gute Alternative zu den überlaufenen und lärmgeplagten Anlagen im restlichen Allgäu, oder wenn der Klettergarten im Regen versinkt …
Schwierigkeit
Ca. 50 Routen vom 2. bis 10. Schwierigkeitsgrad. Überwiegend Routen im 6. und 7. Grad.
Absicherung
Sehr enge Hakenabstände. Schwerlastanker und Klebehaken unterschiedlicher Qualität.
Wandhöhe
Bis zu 15 Meter
Topo
Sportkletterführer Allgäu-Rock, Gebro-Verlag
Anfahrt
Standort ist die kleine Ortschaft Seltmans auf der Hauptverkehrsstrecke zwischen Kempten und Isny. Von Kempten kommend befindet sich auf der linken Seite ein altes Fabrikgelände. Man biegt links ab und fährt gleich wieder nach rechts. Nach ca. 300 Metern befindet sich auf der linken Straßenseite eine Brücke. Parkmöglichkeiten am Straßenrand.
Zugang
Nach Überqueren der Brücke gelangt man auf einem schmalen Pfad in ca. 2 Minuten zur bereits sichtbaren Wand.
Weitere Tourenberichte von Peter Schwarzmann unter www.allgaeu-plaisir.de.